Ich zeige dir die schönen Seoul Sehenswürdigkeiten und gebe dir unsere besten Reisetipps für deine Reise nach Südkorea. Seoul hat richtig schöne Ecken zu bieten und ich zeige sie dir.
Unternimm unbedingt einen Ausflug zur DMZ, um mehr über die krasse Geschichte von Süd- und Nordkorea zu erfahren. Dafür habe ich eine richtig gute Empfehlung, die wir selbst von Bekannten hatten.
Wir kamen direkt von China und Japan nach Seoul, wo wir extrem freundliche Menschen erlebt haben. Im Vergleich dazu fanden wir die Leute in Seoul nicht so herzlich. Unsere ehrliche Meinung zum Essen und welchen Fehler du unbedingt vermeiden solltest, findest du auch weiter unten.
Viel Spaß mit diesem kleinen Seoul Reiseführer.
Die wichtigsten Infos auf einen Blick
Klick einfach auf die Fragen, dann öffnen sich die Antworten.
Brauche ich ein Visum für Seoul/Südkorea?
Nein, als Deutscher, Österreichischer oder Schweizer Staatsbürger brauchst du für touristische Aufenthalte bis zu 90 Tagen kein Visum. Nur einen gültigen Reisepass. Außerdem musst du deine Einreise registrieren. Dazu unten mehr.
Wann ist die beste Reisezeit für Seoul?
Am besten sind April bis Juni und September bis November mit milden Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad. Wir hatten im Oktober angenehme 20 Grad (hat sich in der Sonne wärmer angefühlt). Der Sommer (Juli–August) ist mit über 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit heiß und schwül mit teilweise Monsunregen. Der Winter (Dezember–Februar) kann richtig kalt werden mit Temperaturen bis -10 Grad, aber dafür gibt’s klare Tage und deutlich weniger Touristen.
Wie viele Tage sollte ich für Seoul einplanen?
Mindestens 3–4 volle Tage, um die wichtigsten Seoul Sehenswürdigkeiten zu sehen und einen Ausflug zur DMZ zu machen.
Wie bewege ich mich in Seoul von A nach B?
Am einfachsten mit der Metro. Das Netz ist super ausgebaut und die Fahrten sind mit ca. 1 € pro Fahrt günstig.
Was sind die Top Seoul Sehenswürdigkeiten für den ersten Besuch?
Der Gyeongbokgung-Palast, das traditionelle Hanok-Viertel Bukchon, der Seoul Tower für einen tollen Ausblick über Seoul, der moderne Stadtteil Gangnam und das Viertel Myeongdong für Shopping und Streetfood. Ein Highlight ist auch ein Ausflug zur DMZ, um nach Nordkorea rüberzuschauen.
Was kostet eine Seoul Reise?
Unser Flug von Osaka nach Seoul hat 190 € pro Person gekostet. Von Deutschland bekommst du Hin- und Rückflug nach Seoul ab ca. 500 €. Unser Hotel hat 120 € inkl. Frühstück pro Nacht gekostet. Gegessen haben wir im Schnitt für 10 € zu zweit. Fancy Getränke gabs so ab 2 €. Vom Flughafen ins Zentrum haben wir ca. 7 € pro Person gezahlt. Eine Metrofahrt hat ca. 1 € gekostet. Für unseren Ausflug zur DMZ haben wir 33 € pro Person gezahlt. Unser teuerster Eintritt (Tempel usw.) lag bei ca. 3 €.
Inhalte
Hier noch ein paar hilfreiche, allgemeine Infos zu Seoul, was Anreise, Einreise, Fortbewegung, Hotel, usw. betrifft.
Seoul Anreise
Wir waren vor Seoul in China und Japan und sind von Osaka nach Seoul geflogen. Wenn du direkt von Deutschland nach Seoul fliegst, dauert der Flug ca. 12 Stunden. Für Hin- und Rückflug zahlst du je nach Reisezeit ab ca. 700 € und mit Zwischenstopp ab ca. 500 €.
Bei Trip.com findest du immer eine gute Auswahl. Darüber haben wir schon einige Flüge gebucht.
Seoul Einreise

Bis zum 31. Dezember 2025 brauchst du keine K-ETA (Korea Electronic Travel Authorization), um visumfrei nach Südkorea einzureisen (als deutscher, österreichischer oder Schweizer Staatsbürger). Du darfst dich bis zu 90 Tage im Land aufhalten und benötigst nur einen gültigen Reisepass.
Neu ist seit Februar 2025 die e-Arrival Card – ein elektronisches Einreiseformular, das du kostenlos innerhalb von 3 Tagen vor deiner Ankunft online ausfüllen kannst. Es ersetzt die bisherigen Papierformulare und beschleunigt den Ablauf am Flughafen. Bis Ende 2025 kannst du alternativ bei Ankunft am Flughafen ein ausgedrucktes Einreiseformular ausfüllen.
So kommst du vom Flughafen ins Zentrum von Seoul
Die meisten internationalen Flüge landen am Incheon International Airport (ICN), der ca. 50 Kilometer westlich von Seoul liegt. Es gibt mehrere Möglichkeiten, um ins Zentrum zu kommen:
Airport Railroad Express (AREX)
Der AREX ist für uns die schnellste und auch eine günstige Option. Es gibt zwei Varianten:
Express Train: Fährt non-stop vom Flughafen direkt zum Seoul Station in nur 43 Minuten. Ein Ticket kostet ca. 7,50 €. Die Züge fahren alle 40 Minuten.
All-Stop Train: Hält an allen Stationen und dauert ca. 60 Minuten bis Seoul Station und kostet ca. 3 € Wenn dein Hotel in der Nähe einer der Zwischenstationen liegt, ist das eine gute Option.
Praktisch fanden wir, dass man durch die Tickets auch gleich feste Sitzplätze zugewiesen bekommt.
Von der Seoul Station aus kannst du dann in andere Metro-Linien umsteigen und zu deinem Hotel weiterfahren oder du nimmst ein Taxi. Tickets kaufst du ganz einfach an den Automaten am Flughafen.
Unser Hotel in Seoul




Wir haben uns für das Henn na Hotel in Myeongdong entschieden und dort 5 Nächte verbracht. An der Rezeption haben uns zwei Roboter begrüßt und wir haben über einen Automaten eingecheckt. Es gibt aber auch Personal vor Ort für Rückfragen.
Unser Zimmer war sauber, geräumig und beim Frühstück findet auch jeder was. Der Frühstücksraum war zwar etwas klein, aber wir haben immer einen Platz bekommen.
Die Lage fanden wir perfekt, denn in 2 Minuten waren wir mitten im Geschehen von Myeongdong. Außerdem war auch die nächste Metro Station nur 2 Minuten entfernt. Es gibt sogar ein Dino Zimmer, das lustig dekoriert ist. Hätten wir direkt genommen, wenn es frei gewesen wäre 😉
Hier findest du unser Hotel bei:
Und hier findest du eine Karte mit verschiedenen Hotels in Seoul. Über den Filter kannst du deine Vorlieben eingeben und unter Entdeckungen findest du sogar gleich sämtliche Aktivitäten in Seoul.
Internet in Seoul
Wir sind 8 Wochen durch Asien gereist und haben uns für das unbegrenzte Datenvolumen und eine eSIM von Holafly entschieden. Nachdem wir durch mehrere Länder (China, Japan, Südkorea und Thailand) gereist sind, wollten wir uns nicht erst überall vor Ort um Internet kümmern. Das haben wir alles schon entspannt vor der Reise erledigt.
Das Internet hat In allen Ländern einwandfrei funktioniert, deshalb können wir den Anbieter uneingeschränkt weiterempfehlen.
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Fortbewegung in Seoul
Wir haben uns direkt am Flughafen in einem 7-Eleven die T-money-Card gekauft für ca. 2 € pro Person. Aufladen konnten wir die Karten nur mit Bargeld. Entweder im Supermarkt oder an den Automaten. Dafür einfach die Sprache auf Englisch umstellen, dann die Option “Reloading the transit card” wählen, deine T-money Card auflegen und den gewünschten Betrag ab 1000 Won (ca. 60 Cent) einzahlen.
Damit sind wir dann hauptsächlich mit der Metro gefahren. Karte vor jeder Fahrt einfach am Drehkreuz hinhalten und vor verlassen der Station nochmal. Der Betrag wird dann automatisch abgebucht (meist nur ca. 1 € pro Fahrt).
Wichtig: Tickets am Automat kannst du nur mit Bargeld bezahlen. Und die Card wie gesagt auch nur mit Bargeld aufladen.
Unser Fehler:
Wir haben unser restliches Bargeld am letzten Tag komplett ausgegeben, bevor wir uns auf den Weg zum Flughafen gemacht haben. Wir wollten mit der Metro zur Seoul Station fahren und von dort wieder mit dem AREX zum Flughafen. Blöderweise hat das Guthaben unserer XY Card um ein paar Cent nicht mehr ausgereicht für die Metrofahrt. Wir haben null darauf geachtet, wie viel Restguthaben bei der letzten Fahrt angezeigt wurde. Und Bargeld zum Aufladen hatten wir keins mehr.
Der Bankautomat an der Metro Station hat auch nicht funktioniert. Also standen wir ganz schön blöd da. An der Straße wollte kein Taxi halten, über die Go App hat nichts funktioniert und über die Uber App hat es eine ganze Weile gedauert, bis jemand die Fahrt zur Seoul Station angenommen hat (im Gegensatz zu China, da haben wir mit Didi nie länger als 2 Min. gewartet). Zum Glück sind wir noch rechtzeitig am Flughafen angekommen.
Essen in Seoul




Zu den klassischen Gerichten der koreanischen Küche gehören zum Beispiel Bibimbap (eine bunte Bowl mit Reis, Gemüse, Ei und Gochujang-Sauce), Gimbap (ähnlich wie Sushi, Reis und Gemüse in Seetangblättern gerollt, aber ohne Sojasoße oder Wasabi), Bulgogi (mariniertes, gegrilltes Rindfleisch), Kimchi (fermentiertes, scharfes Gemüse, meist Chinakohl), Tteokbokki (würzige Reiskuchen in roter Sauce) und natürlich das berühmte Korean BBQ, bei dem du dein Fleisch direkt am Tisch grillst.
Ehrlicherweise konnte uns das Essen in Seoul (was wir probiert haben) leider nicht so überzeugen. Die meisten Suppen waren uns zu scharf (und das, obwohl wir auch etwas Schärfe vertragen können). Wir fanden sie im Vergleich zu China, Japan oder Thailand auch sehr geschmacklos. Bibimbap war ganz nett und Gimbap fanden wir auch eher fad. Aber teste alles unbedingt selbst.
Die Top Seoul Sehenswürdigkeiten
Hier kannst du dich inspirieren lassen, welche Aktivitäten es so gibt in Seoul.
Changdeokgung-Palast und der Geheime Garten




In Seoul gibt es insgesamt 5 historische Königspaläste aus der Joseon-Dynastie. Der Changdeokgung-Palast war erst nur die Nebenresidenz und dann für 270 Jahre der Hauptpalast, in dem die koreanischen Könige gelebt und regiert haben.
Anfangs haben wir beim Betreten der Tempelanlagen in Seoul oft gesagt: „Das sieht ja ganz schön langweilig und farblos aus“. Aber das haben wir nur im Eingangsbereich gedacht. Sobald wir im Inneren waren, fanden wir alles ganz schön faszinierend.
Der größere Gyeongbokgung-Palast wurde zum Beispiel nach strengen geometrischen Prinzipien angelegt. Der Changdeokgung-Palast passt sich aber perfekt an die natürliche Hügellandschaft an. Statt die Natur mit Terrassen und künstlichen Plattformen zu verändern, wurden die Gebäude dort gebaut, wo das Gelände es natürlich zuließ. Die ungewöhnliche Bauweise war für die damalige Zeit revolutionär und ist auch bis heute einzigartig. 1997 wurde Changdeokgung als einziger Palast in Seoul dann zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt.
Der Eintritt zum Palast kostet 3.000 Won (ca. 1,80 €). Geöffnet hat der Palast zwischen 9 und ca. 18 Uhr. Montags ist geschlossen.
Wir haben hier viele Menschen in traditionellen koreanischen Gewändern (Hanbok) gesehen. Die kann man sich ausleihen für ein paar nette Fotos und bekommt in solchen Palästen dann kostenlosen Eintritt. Für einen Tag kostet so ein Gewand ca. 18 €. Hier findest du die offiziellen Regelungen, was genau du tragen musst, für den kostenlosen Eintritt.
Der geheime Garten (Huwon) im Changdeokgung-Palast
Sehr beliebt hier ist der Geheime Garten, der mit über 78 Hektar mehr als die Hälfte des gesamten Palastgeländes einnimmt. Es war damals ein privater Rückzugsort für die königliche Familie.
Hier gibts jahrhundertealte Bäume, Teiche mit traditionellen Pavillons und du kannst einfach die Wege entlang durch die schöne Natur schlendern. Hier ists bestimmt im Herbst total schön, wenn das Laub in bunten Farben leuchtet. Als wir Mitte Oktober dort waren, gab es schon vereinzelte bunte Blätter.
Wichtig: Du kannst den Geheimen Garten leider nicht auf eigene Faust besuchen, sondern musst an einer geführten Tour teilnehmen. Die Touren dauern ca. 90 Minuten und finden um 10:30, 11:30, 14:30 oder 15:30 statt. Dafür musst du einen Slot buchen. Pro Tour gibt es 100 Plätze. Laut Website können die Tickets online frühestens 6 Tage und spätestens einen Tag vorher gebucht werden. Du kannst dein Ticket auch vor Ort kaufen, musst es dann aber am selben Tag nutzen. Der Ticketschalter öffnet um 9 Uhr. Montags ist geschlossen.
Der Eintritt zum Geheimen Garten kostet neben dem Eintritt zum Palast nochmal extra 5.000 Won (ca. 3 €).
Gyeongbokgung-Palast




Der Gyeongbokgung-Palast war der Hauptpalast und das politische Zentrum Koreas für über 500 Jahre. Mit einer Fläche von über 400.000 Quadratmetern ist er der größte der fünf Königspaläste in Seoul. Im Gegensatz zum natürlich angelegten Changdeokgung ist der Gyeongbokgung streng geometrisch aufgebaut. Alle Gebäude stehen in perfekter Symmetrie zueinander, die Wege verlaufen schnurgerade und die Höfe sind akkurat rechteckig, wie mit dem Lineal gezogen
Zweimal täglich um 10:00 und 14:00 Uhr gibt’s die Wachablösungszeremonie am Gwanghwamun-Tor. Die Zeremonie wird genau so durchgeführt wie vor Jahrhunderten mit Wachen in traditionellen Uniformen, mit historischen Waffen und traditionellen Instrumenten.
Der Eintritt kostet 3.000 Won (ca. 1,80 €). Kinder unter 19, Senioren über 65 Jahren und alle, die in traditionellen Gewändern kommen, haben kostenlosen Eintritt. Tickets kannst du problemlos vor Ort kaufen. Geöffnet ist von 9 bis ca. 18 Uhr. Dienstags ist geschlossen.
Es gibt kostenlose geführte Touren auf Englisch täglich um 11, 13:30 und 15:30 Uhr (keine Reservierung nötig für Gruppen unter 10 Personen). Die Touren dauern 1-1,5 Stunden und starten am Informationszentrum beim Heungnyemun-Tor.
Auf dem Palastgelände findest du auch das National Palace Museum und das National Folk Museum, die du beide mit deinem Palast-Ticket besuchen kannst.
Royal Palace Pass
Mit dem Royal Palace Pass für 10.000 Won (ca. 6 €) bekommst du Eintritt zu allen 4 Hauptpalästen (Gyeongbokgung, Changdeokgung (ohne Geheimer Garten), Changgyeonggung, Deoksugung) und dem Jongmyo-Schrein.
Bukchon Hanok Village




Bukchon ist ein traditionelles Wohnviertel mit den typischen Hanok Holzhäusern und liegt zwischen den Palästen Gyeongbokgung und Changdeokgung (was für Zungenbrecher, oder? 😉). Die Gegend ist richtig fotogen mit den traditionellen Häusern und im Hintergrund die moderne Großstadt.
Von den Häusern gibt es hier über 900 Stück. Einige davon stammen noch aus der Joseon-Dynastie. Viele Hanoks wurden in Cafés, Teehäuser, Kunstgalerien oder Gästehäuser umgewandelt. Es gibt auch kleine, öffentlich zugängliche Kulturzentren. Hier kannst du an Workshops zu traditionellen Künsten teilnehmen, zum Beispiel Kalligraphie, Teezubereitung, Maskenbasteln oder Fächer bemalen. Das Ganze wird oft von Einheimischen geleitet, die ihre Familien-Traditionen weitergeben.
Das ist ein echtes Wohnviertel, in dem auch Leute wohnen. Mittlerweile gibt es wegen den vielen Besuchern auch eine Besuchszeitbeschränkung. Als Touristen dürfen wir nur noch zwischen 10 und 17 Uhr vorbeikommen (außer man übernachtet dort in einer Unterkunft). Es hängen auch überall Schilder, dass man bitte leise sein soll.
Wir waren am frühen Nachmittag dort und konnten so gut wie allein durch die Gassen schlendern.
Starfield Library und COEX Mall




Auf die Starfield Library hab ich mich besonders gefreut, denn die Fotos vorab fand ich einfach sooo schön. Hier gibt’s über 10 Meter hohe Bücherregale, unzählige Bücher und Magazine und eine richtig magische, friedliche Atmosphäre. Tagsüber ist die Bibliothek durch das Glasdach lichtdurchflutet und abends ist alles total schön beleuchtet. Deshalb sind wir abends auch nochmal vorbeigekommen.
Leider haben mich kurz vor der Library gleich 2 Migräne-Attacken hintereinander erwischt (mit Aura = Sehausfälle). Das mussten wir erst mal aussitzen (ich mit abgedunkelten Augen), bevor wir die magische Stimmung erleben konnten.
Die Starfield Library liegt mitten in der riesigen COEX Mall. Sie ist mit 130.000 Quadratmetern die größte unterirdische Shopping-Mall in ganz Asien. In der Mall gibt’s viele Shopping-Läden, Restaurants & Cafés, ein Kino, eines der größten Aquarien in Korea, das COEX Convention Center für regelmäßige Messen, Konzerte und Events und das City Air Terminal – hier kannst du schon einchecken und dein Gepäck aufgeben, bevor du zum Flughafen fährst.
Das Gangnam Viertel
Wenn du den Namen “Gangnam” hörst, denkst du wahrscheinlich sofort an den legendären Song “Gangnam Style” von PSY. Der südkoreanische Rapper PSY hat dieses Viertel 2012 weltberühmt gemacht. Sein Musikvideo mit dem bekannten Tanz hat im Dezember 2012 als allererstes YouTube-Video überhaupt 1 Milliarde Aufrufe erreicht. Heute steht in Gangnam sogar eine goldene Statue in der typischen Tanzpose. Die Statue findest du direkt neben der COEX Mall.
Ein paar Infos zu Gangnam
Gangnam ist Seouls modernstes und wohlhabendstes Viertel. Noch in den 1960er Jahren waren hier nur Reisfelder und Birnengärten. Dann verlagerte die Regierung gezielt Elite-Schulen, Gerichte und staatliche Institutionen hierher, um wohlhabende Familien zum Umzug zu bewegen, die überbevölkerte Innenstadt zu entlasten und ein “zweites Seoul” weiter weg von der nordkoreanischen Grenze zu schaffen.
Heute ist Gangnam das modernen Korea und wird sogar oft als “Beverly Hills von Südkorea” bezeichnet. Die Immobilienpreise sind ziemlich abgehoben (doppelt so hoch wie im Rest Seouls), hier leben Prominente, K-Pop-Stars und CEOs großer Konzerne, und die Straßen sind gesäumt von Luxusboutiquen, High-Tech-Unternehmen und glitzernden Wolkenkratzern.
Gangnam ist auch die Entertainment-Hauptstadt, denn hier sind die Hauptquartiere der größten koreanischen Entertainment-Unternehmen wie SM Entertainment, JYP Entertainment und Cube Entertainment. Fans pilgern oft zu diesen Gebäuden in der Hoffnung, ihre K-Pop-Idole zu sehen.
Der Bongeunsa Tempel in Gangnam




Ein absoluter Kontrast zur bunten Shopping-Welt von Gangnam ist der Bongeunsa Tempel in einem total großen Park mitten in der Stadt zwischen den Hochhäusern. Die buddhistische Tempelanlage ist über 1.200 Jahre alt. Bekannt hier ist die ca. 23 Meter hohe Statue des Maitreya-Buddha aus Stein, eine der größten Buddha-Statuen in Südkorea.
Auch hier dachten wir im Eingangsbereich wieder, dass es langweilig aussieht. Aber je weiter wir ins Innere kamen, umso faszinierter waren wir. Die ganze Anlage war einfach total schön. Es gibt auch Meditationswege durch den Park, die du entlangspazieren kannst.
Außerdem bietet der Tempel für Touristen ein Templestay-Programm an
Das heißt, du kannst entweder an Tagesprogrammen teilnehmen oder in der Anlage übernachten und in das Leben der Mönche reinschnuppern. Dann bist du bei Teezeremonien dabei, isst buddhistische Mahlzeiten, machst bei Meditationen und Gebetszeremonien mit und kannst dich mit den Mönchen unterhalten. Hier findest du mehr Infos darüber und kannst über die Seite auch reservieren.
Der Eintritt ist kostenlos.
N Seoul Tower (Namsan Tower)


Der Seoul Tower zählt zu den bekanntesten Seoul Sehenswürdigkeiten und ist auch das Wahrzeichen der Stadt. Der 236,7 Meter hohe Turm steht auf dem Namsan Berg. Ursprünglich wurde er 1969 als Südkoreas erster Radio- und Fernsehsender gebaut, um TV- und Radiosignale in die Region zu senden (und interessanterweise auch, um nordkoreanische Propaganda-Sendungen zu blockieren). Erst 1980 wurde der Turm für die Öffentlichkeit geöffnet und ist seitdem eine der beliebtesten Seoul Sehenswürdigkeiten.
Auf den Tower hochfahren kostet 26.000 Won (ca. 15 €)
Allein schon oben auf der Aussichtsplattform kannst du dich auf einen 360-Grad-Panoramablick freuen. Wir hatten im Oktober strahlend blauen Himmel und eine tolle Sicht. An den Zäunen hängen tausende von Liebesschlössern und es gibt ein paar schöne Fotokulissen. Auch Cafés findest du einige und kannst dir fancy Getränke ab ca. 3 € schmecken lassen.
Es gibt verschiedene Wege nach oben:
Zu Fuß
Unser Hotel liegt direkt am Fuß des des Namsan-Bergs und wir konnten gleich zu Fuß losstarten. Wir haben uns für den etwas steileren Weg über die Holztreppen entschieden. Man könnte aber auch einfach die Straße entlang laufen, was dann nicht so steil ist.
Lustigerweise sind wir erst bei purer Ruhe, Vogelgezwitscher und komplett ohne andere Menschen gemütlich spaziert. Bis dann plötzlich hunderte Schüler der Seoul High School um die Ecke gestürmt kamen 😉
Namsan Cable Car
Mit der Namsan Cable Car bist du in wenigen Minuten oben und hast dabei eine tolle Aussicht. Eine Hin- und Rückfahrt kostet 15.000 Won (ca. 9 €) und eine Einzelfahrt 12.000 Won (ca. 7 €). Von der Myeongdong Station (Linie 4, Exit 3) läufst du ca. 10-15 Minuten zur Seilbahnstation oder nimmst den kostenlosen Shuttle-Bus.
Namsan Shuttle Bus
Die Busse Nr. 01A, 02, 03 und 05 fahren von verschiedenen Stationen direkt zum Tower und kosten nur 1.350 Won (ca. 80 Cent) mit der T-Money-Card. Von der Chungmuro Station oder Dongguk University Station geht’s direkt zum Turm.
Schau im Rain Report Cafe vorbei

Nach dem Seoul Tower waren wir noch in diesem speziellen Cafe, das wir bei YouTube gesehen haben. Die Besonderheit? Hier regnet es einfach das ganze Jahr. Nach dem Motto “eine gemütliche Tasse Kaffee schmeckt besser bei Regen” wird hier künstlich Regen imitiert, der von außen gegen die Scheiben prasselt. Ziemlich verrückt, aber war ganz lustig zu sehen. Für ein “Stück” Kuchen haben wir schlappe 8 € gezahlt. Haben es aber zu zweit kaum geschafft, so groß war es.
Hongdae – das lebendige Viertel rund um die Hongik University




Hongdae ist DAS Viertel für junge Leute, Künstler und Musik-Fans. Hier ist immer was los. Tagsüber kannst du durch vintage Boutiquen stöbern, an jeder Ecke Socken mit lustigen Motiven shoppen, in coolen Cafés chillen oder dir Street-Art anschauen.
Abends erwacht Hongdae dann noch mehr zum Leben mit Live-Straßenmusik (zum Beispiel K-Pop-Sängern, die hoffen, hier entdeckt zu werden), Straßenkünstlern, vielen Clubs und natürlich koreanisches Karaoke. Du kannst hier auch koreanische Selfie-Fotostudios ausprobieren, wo du dich verkleiden und lustige Fotos machen kannst.
Die kleine Oase Cheonggyecheon




Der Cheonggyecheon ist ein ca. 11 Kilometer langer, künstlich freigelegter Flusslauf, der mitten durch die Innenstadt von Seoul fließt. Ursprünglich war das mal ein natürlicher Bach. In den 1950er-70er Jahren war er dann bedeckt und mit einer Schnellstraße bebaut. In den 2000er Jahren hat die Stadt beschlossen, das alte Betonmonster wieder in ein Stück Natur zu verwandeln.
Die Schnellstraße wurde abgerissen, der Bach wieder freigelegt und neu gestaltet mit Promenaden, Wasserfällen, Brücken und Sitzbereichen. Etwas verrückte Geschichte, aber ein echt sehr schöner Ort 🙂
Myeongdong – Shopping-Paradies, Street Food und K-Beauty-Hotspot




Unser Hotel lag nur wenige Minuten von diesem bunten Trubel entfernt, was wir echt geliebt haben. Myeongdong ist einer der bekanntesten Shopping-Bezirke in Seoul und vor allem für drei Dinge berühmt: Shopping, Street Food und K-Beauty.
Hier gibts unzähligen Shops von internationalen Marken bis zu koreanischen Boutiquen und K-Pop-Merchandise-Stores. Aber am meisten fällt hier auf, dass es überall K-Beauty gibt. An jeder Ecke findest du Stores von koreanischen Kosmetikmarken. Vor den Läden stehen Mitarbeiter, die dir kostenlose Proben von Gesichtsmasken in die Hand drücken und dich in den Shop locken wollen.
Nachts fanden wir Myeongdong am schönsten. Überall leuchten Neonschilder, die Straßen sind voller Menschen und die vielen Street Food Stände öffnen. Ab ca. 17 Uhr gibt’s hier alles, was das Herz begehrt: Zum Beispiel Hotteok (süße gefüllte Pfannkuchen), Gyeran Bbang (Eierbrot), Dakkochi (scharfe Hühnchen-Spieße), Tornado Potatoes (spiralförmige frittierte Kartoffeln am Spieß), koreanische Corn Dogs mit Käse und Kartoffeln drumherum und Tanghulu (kandierte Früchte am Spieß). Die Atmosphäre ist einfach mega – überall leckere Gerüche, Musik und Menschen, die shoppen und essen.
Korea ist bekannt für Beauty und Skin Care

Korea ist weltweit DAS Mekka für Skin Care. Hier legen Frauen UND Männer extrem viel Wert auf ihre Haut. Südkoreanische Männer geben sogar weltweit am meisten Geld für Beauty-Produkte aus.
Skin Care ist hier keine Nebensache, sondern fester Bestandteil des Alltags und das von Kindesbeinen an. Die koreanische Hautpflege-Philosophie basiert nämlich auf Prävention statt Reparatur. Das heißt, man kümmert sich frühzeitig um seine Haut, bevor Probleme entstehen, anstatt später den Schaden zu beheben.
Das Besondere an koreanischer Skin Care: Sie setzt auf sanfte, feuchtigkeitsspendende Produkte mit natürlichen Inhaltsstoffen wie Grüntee, Ginseng, Schneckenschleim, fermentierte Zutaten und Centella Asiatica (eine Heilpflanze aus Asien). Statt aggressiver Peelings oder stark austrocknender Produkte geht’s darum, die natürliche Hautbarriere zu stärken und die Haut intensiv zu hydratisieren. Das Ziel: “Glass Skin”. Eine glatte, klare, prall-hydratisierte Haut, die fast transparent wirkt oder “Honey Skin” – eine porenlose, strahlende Haut wie Honig.
Olive Young ist hier DER K-Beauty-Hotspot schlechthin
Mitten in Myeongdong findest du den größten Olive Young Flagship Store. Das ist Koreas Nr. 1 Health & Beauty Store und quasi eine Mischung aus Drogerie und Sephora. Hier gibt’s alles: Skin Care, Make-up, Beauty-Tools, Nahrungsergänzungsmittel, Haarpflege und sogar Snacks. Hab mir nach vorheriger Recherche auch ein paar Dinge mitgenommen, zum Beispiel Tuchmasken und ein Serum fürs Gesicht. Das Coole: Du kannst fast alles testen.
Tipp: Leg dir einen Online-Account bei Olive Young an, generiere einen QR Code und halte ihn an den Automat im Store hin. Dann bekommst du ein kleines Beutelchen mit gratis Produkten. Gibt’s für Männer und für Frauen.
Was du sonst noch in Seoul erleben kannst
Insadong – Traditionelle Kunst, Tee-Häuser und Souvenirs
Wenn du auf der Suche nach authentischer koreanischer Kultur bist, ist Insadong genau richtig. Hier gibts Antiquitätenläden, Kunstgalerien, traditionelle Tee-Häuser und viel handgemachtes Kunsthandwerk. Das Besondere hier ist, dass alle Ladenschilder in Insadong auf Koreanisch geschrieben sind.
Dongdaemun – Shopping bis spät in die Nacht
Dongdaemun ist ein riesiger Shopping-Bezirk, der vor allem für Mode bekannt ist. Die Malls hier haben bis spät nachts geöffnet, weil viele Großhändler nachts arbeiten. Du kannst auch am Dongdaemun Design Plaza vorbeischauen, ein futuristisches Gebäude mit wechselnden Ausstellungen, das vor allem nachts schön beleuchtet ist.
Itaewon – Internationales Flair und Nightlife
Itaewon ist ein multikulturelles Viertel in Seoul mit Restaurants aus aller Welt. Hier leben viele Expats und das Nightlife ist legendär mit Rooftop-Bars, Clubs und Live-Musik bis in die frühen Morgenstunden.
Han River – Picknick am Fluss
Wenn das Wetter schön ist, machen die Koreaner gerne Picknick am Han River. Du kannst dir eine Picknick-Matte bei den Straßenverkäufern vor den Metro-Stationen mieten (mittlerweile gibt’s sogar Zelte, Tische und Stühle zum Ausleihen), Snacks und Getränke im Supermarkt kaufen und dich ans Flussufer setzen.
Jjimjilbang – ein Koreanisches Spa-Erlebnis
Ein Jjimjilbang ist ein traditionelles koreanisches Spa, das in der Regel rund um die Uhr geöffnet hat. Du zahlst einen Eintrittspreis (meist ca. 7 – 11 €) und kannst dann den ganzen Tag (oder sogar die Nacht) dort verbringen. Es gibt verschiedene heiße und kalte Pools, Saunen mit unterschiedlichen Temperaturen, Ruheräume zum Schlafen und Restaurants. Der Badebereich ist nach Geschlechtern getrennt, wo man sich nackt aufhält und in den Gemeinschaftsbereichen angezogen.
Ausflug von Seoul zur DMZ (Demilitarisierte Zone)

Ein richtiges Highlight außerhalb der Seoul Sehenswürdigkeiten war für uns der Ausflug zur DMZ. Ein spannendes und sehr ergreifendes Erlebnis, tiefer in diese Geschichte einzutauchen. Das solltest du dir echt nicht entgehen lassen.
Wir haben uns durch eine Empfehlung für einen bestimmten Anbieter empfohlen. Alle Infos dazu findest du in diesem eigenen Beitrag, da die Geschichte dahinter sooo interessant und gleichzeitig heftig ist. Das würde meinen Seoul Blogartikel etwas sprengen 😊
Ich freu mich, wenn dir meine Tipps zu den Seoul Sehenswürdigkeiten weiterhelfen.
Vorher waren wir in Shanghai, Chongqing, Peking, Tokio, Kyoto und haben eine richtig coole Asien-Rundreise gemacht, die du einfach nachbuchen kannst. Meine Reisetipps dazu habe ich dir hier verlinkt.

