Plane unbedingt eine DMZ Tour in Korea zur demilitarisierte Zone, wenn du im Lande bist. In diese Geschichte einzutauchen ist einfach verrückt und ergreifend.
Hier erfährst du alles über unseren Tagesausflug ab Seoul und bekommst unseren Tipp für einen besonders guten Anbieter für eine DMZ Tour. Der Anbieter wurde uns selbst empfohlen und wir finden, solche Tipps sind Gold wert 😊
Außerdem erzähle ich dir mehr über die spannende Geschichte zwischen Süd- und Nordkorea.
Mehr über unseren Aufenthalt in Seoul mit ganz vielen Reisetipps findest du in diesem Bericht.
Wichtig gleich vorab: Nimm deinen Reisepass mit!
Mit welchem Anbieter haben wir die DMZ Tour in Korea unternommen?
Uns wurde von einem Freund „VIP Travel“ mit der Reiseleiterin Emily empfohlen. Sie unternimmt mit Reisende schon seit 2017 DMZ Touren und hat enorm viel Wissen dazu. Emily war super locker, lustig, professionell und top organisiert.
Wenn du dich für eine DMZ Tour mit VIP Travel entscheidest, buche die Tour also unbedingt bei Emily. Hier ist ihr Instagram Profil.
Hier findest du verschiedenen DMZ Touren bei GetYourGuide.
Wie viel kostet eine DMZ Tour in Korea?
Wegen einem momentan vorhandenen Angebot, haben wir nur ca. 30 € pro Person gezahlt. Es gibt immer wieder gute Angebote auf der Website.
So lief unsere DMZ Tour ab

Treffpunkt war glücklicherweise direkt vor unserem Hotel in Myeongdong. Morgens um 7 Uhr ging unsere DMZ Tour mit einem schicken und bequemen Bus los (pünktlich auf die Minute also sei unbedingt zum vereinbarten Zeitpunkt da). Im Bus hat uns Emily richtig viel über die Geschichte hinter der DMZ erklärt und verschiedene Videos gezeigt. Die Rückkehr war gegen 15 Uhr.
Wir haben verschiedene spannende Punkte angefahren. Der ganze Tag war sowas von perfekt organisiert. Jede Gruppe hatte bestimmte Slots, wodurch keiner der Orte überlaufen war.
Bevor wir die demilitarisierte Zone befahren haben, kamen am Grenzposten Soldaten in den Bus und haben unsere Reisepässe überprüft.
Zuerst ging es über eine Hängebrücke in den Bergen, in denen damals Kämpfe stattfanden. Die Natur war wunderschön (die Geschichte dazu weniger).

Dann ging es zur Friedensbrücke, wo damals über 12.000 Kriegsgefangene ausgetauscht wurden. Auf diesem Gelände gibt auch ein Café.

Der spannendste Ort war für uns die Plattform, von der wir nach Nordkorea rüber schauen konnten. Hier stehst du nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt und kannst durch Ferngläser nordkoreanische Dörfer, Propaganda-Türme und Wachposten sehen. Leider darf man seit Neuestem nicht mehr filmen oder fotografieren. Emily hat uns daher über WhatsApp ein paar Aufnahmen geschickt.




Dann ging es noch zu einem der Tunnel, die von Nordkorea Richtung Südkorea gebuddelt wurden, um Soldaten „unterzujubeln“. Anfangs wurde uns noch in einem kleinen Kinoraum ein Film gezeigt. Da es hießt, das letzte, engere Stück des Tunnels kann man nur in gebückter Haltung begehen, bin ich nur anfangs ein paar Meter mit reingelaufen. Michi meinte aber, es war gar nicht so wild und er ist 1,85 groß. Da der Tunnel bergab liegt, war nur der Rückweg etwas anstrengend.

Der letzte Stopp war dann zum Mittagessen. Das war ein großer Raum im Kantinenstyle mit Buffet (auch vegetarische Optionen) für nochmal extra 9 € pro Person. Kein Highlight, aber es war die einzige Möglichkeit für Essen. Sonst müsstest du dir selbst was mitnehmen.
Hier findest du mein Video auf Instagram zu unserer Tour.
Was ist die DMZ überhaupt?

Die Demilitarisierte Zone ist ein 4 Kilometer breiter und 250 Kilometer langer Streifen, der Nord- und Südkorea seit dem Waffenstillstand von 1953 trennt. Hier endete der Koreakrieg (1950-1953) nicht mit einem Friedensvertrag, sondern nur mit einem Waffenstillstand – das bedeutet: Technisch gesehen befinden sich beide Länder bis heute im Kriegszustand.
Die Grenze ist eine der am stärksten bewachten der Welt, mit Soldaten, Stacheldraht, Minenfeldern und Wachtürmen auf beiden Seiten. Die DMZ wurde errichtet, damit sich die verfeindeten Armeen nicht mehr direkt gegenüberstehen und es nicht versehentlich zu neuen Kämpfen kommt.
Trotz der düsteren Geschichte ist die DMZ heute paradoxerweise zu einem der artenreichsten Ökosysteme Koreas geworden. Da die Zone seit über 70 Jahren praktisch unbewohnt ist, haben sich hier seltene Tiere und Pflanzen angesiedelt. Tja, wo Menschen nicht leben dürfen, floriert die Natur.
Die traurige Realität Nordkoreas

Während du in Südkorea eines der modernsten, reichsten und demokratischsten Länder Asiens erlebst, sieht die Realität nur wenige Kilometer weiter nördlich komplett anders aus. Nordkorea gilt als eine der repressivsten Diktaturen der Welt, in der 25 Millionen Menschen unter extremer Armut, Hunger und totaler Überwachung leiden.
Die Bevölkerung hat keinen Zugang zu freien Informationen, kein Internet (außer ein staatlich kontrolliertes Intranet), darf nicht reisen, sogar nicht mal innerhalb des eigenen Landes und lebt unter der ständigen Kontrolle des Kim-Regimes.
Richtig krass ist auch, dass gleich 3 Generationen von Familien für “Vergehen” bestraft werden. Wer auch nur kritische Gedanken äußert, riskiert, dass nicht nur er selbst, sondern auch seine Kinder und Enkel in Arbeitslagern landen. Man schätzt, dass sich bis zu 200.000 Menschen in solchen Lagern befinden, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen Zwangsarbeit leisten müssen.
Millionen von Familien wurden 1953 über Nacht getrennt

Geschwister, Eltern und Kinder haben sich nie wieder gesehen. Bis heute dürfen sich die meisten nicht einmal schreiben oder telefonieren. Die Grenze ist einfach komplett dicht. Nur gelegentlich gibt es organisierte Familienzusammenführungen, bei denen einige wenige Glückliche ihre Verwandten nach 70 Jahren Trennung für ein paar Stunden wiedersehen dürfen.
Die Joint Security Area (JSA) – Wo sich Nord und Süd direkt gegenüberstehen
Innerhalb der DMZ gibt es einen ganz besonderen Ort: die Joint Security Area (JSA) in Panmunjom. Das ist die einzige Stelle in der gesamten DMZ, wo nord- und südkoreanische Soldaten sich direkt gegenüberstehen. Hier verläuft die Grenzlinie mitten durch mehrere Gebäude. Jahrzehntelang standen bewaffnete Soldaten beider Seiten nur wenige Meter voneinander entfernt, jede Bewegung wurde ganz genau beobachtet und jeder Blick registriert.
Das absolute Highlight für Touristen waren früher die berühmten blauen Konferenzräume, in denen man die Grenze tatsächlich überqueren konnte. Genau durch die Mitte eines Tisches verläuft die Grenzlinie zwischen Nord- und Südkorea. Touristen konnten hier symbolisch von Süd- nach Nordkorea und zurück gehen. Bewacht von Soldaten in Taekwondo-Kampfstellung, die regungslos in den Räumen standen. Jährlich haben rund 100.000 Menschen die JSA besucht und jeder musste vorher eine Erklärung unterschreiben, dass er das “feindliche Gebiet auf eigene Gefahr” betritt.
Doch seit 2018 hat sich vieles verändert: Im Zuge der Entspannungspolitik zwischen Kim Jong-un und dem damaligen südkoreanischen Präsidenten Moon Jae-in wurden 2018 alle Landminen, Waffen und Wachposten aus der JSA entfernt. Nur noch 35 unbewaffnete Sicherheitskräfte patrouillieren dort. Die JSA sollte zur “Friedenszone” und Touristenattraktion werden.
Aber die Entspannung hielt nicht lange an, weil es 2023 einen Vorfall gab. Mehr dazu unter „verrückte Geschichten“.
Ein paar verrückte Geschichten von der DMZ
Der amerikanische Tourist, der einfach rüberlief
Der US-Soldat Travis King ist während einer geführten Tour plötzlich und ohne Vorwarnung über die Grenze nach Nordkorea gerannt. Einfach so. Die Sicherheitskräfte konnten ihn nicht mehr stoppen. Nordkorea hielt ihn dann 2 Monate fest, bevor er wieder freigelassen wurde. Nach diesem Vorfall wurde die JSA sofort für Touristen geschlossen.
Der nordkoreanischer Soldat, der um sein Leben rannte
2017 ist ein nordkoreanischer Soldat in einem dramatischen Fluchtversuch über die Grenze geflohen. Er ist mit einem Jeep in Richtung Süden gerast, wurde von nordkoreanischen Soldaten angeschossen und musste die letzten Meter zu Fuß rennen. Er wurde von mindestens 40 Kugeln getroffen, überlebte aber wie durch ein Wunder.
Südkoreanische und amerikanische Soldaten haben ihn dann unter Lebensgefahr geborgen und ihn ins Krankenhaus gebracht, wo er nach mehreren Operationen gerettet wurde. In seinem Körper fanden die Ärzte ganz viele Parasiten. Das war wohl ein Zeichen für die extremen Lebensbedingungen in Nordkorea.
Tunnel unter der Grenze
Seit den 1970er Jahren wurden vier Tunnel entdeckt, die Nordkorea heimlich unter der DMZ in Richtung Seoul gegraben hat. Offenbar mit dem Ziel, im Kriegsfall Tausende Soldaten pro Stunde nach Südkorea zu schleusen. Die Tunnel sind bis zu 73 Meter tief und wurden nur durch Zufall entdeckt. Es wird vermutet, dass es noch weitere, unentdeckte Tunnel gibt.
Die “Propaganda-Dörfer“
Echt ganz schön verrückt, so ein Schauspiel…
Kijong-dong
Nordkorea hat direkt an der Grenze ein sogenanntes “Propaganda-Dorf” namens Kijong-dong errichtet, das von Weitem wie eine normale Siedlung aussieht. Offiziell gilt es als bewohnt und Nordkorea behauptet, dort würden ein paarhundert Familien wohnen, die „in Wohlstand und Glück“ leben sollen.
In Wahrheit haben Beobachter (darunter südkoreanische Militärs mit Ferngläsern) aber festgestellt, dass keine echten Bewohner dauerhaft dort leben. Die „Menschen“, die man manchmal sieht, sind Arbeiter oder Soldaten, die das Dorf instand halten oder tagsüber Flagge zeigen sollen.
Dann gibgts da noch Pjöngjang – Die Vorzeige-Hauptstadt, in der nur die Elite leben darf
Während die meisten Nordkoreaner in trauriger Armut leben, gibt es eine Stadt, die wie aus einer anderen Welt wirkt. Pjöngjang, die Hauptstadt Nordkoreas. Aber hier darf nicht jeder wohnen, nur Mitglieder der loyalsten obersten Klasse haben „das Privileg“. Das Leben dort ist streng kontrolliert. Bürger werden Jobs und Wohnungen zugewiesen und selbst ihre Bewegungen innerhalb der Stadt sind eingeschränkt. Hier gibt’s keine spontanen sozialen Treffen oder ungeplante Ausflüge.
Pjöngjang ist im Grunde eine riesige Propaganda-Bühne. Perfekt inszeniert, um Besuchern zu zeigen, wie “erfolgreich” Nordkorea angeblich ist. Die Stadt hat breite, saubere Boulevards, gewaltige Gebäude, und sogar eine Metro, die zu den tiefsten der Welt gehört und gleichzeitig als Atomschutzbunker dient.
Es gibt auch den Verdacht, dass einige der “Pendler” in der U-Bahn Schauspieler sind, die dort platziert wurden, um die Illusion eines lebendigen täglichen Pendelverkehrs zu erzeugen. Touristen werden zu ausgewählten Supermärkten gebracht, die mit importierten Waren gefüllt sind, aber die Mehrheit der Einheimischen kann sich dort nichts leisten oder darf diese Läden gar nicht betreten.
Außerhalb der Touristenblasen findest du keine belebten Märkte oder gemütlichen Cafés.
Es soll sogar extra engagierte YouTuber geben, die ihren „Alltag“ nach außen zeigen und ihr „normales Leben“. Man geht aber davon aus, dass sie nur ein Teil einer Propagandakampagne sind. Denn die meisten Menschen dort haben nicht mal Zugang zum Internet oder Smartphones.
Aber warum lässt Nordkorea überhaupt Touristen ins Land?
Die Antwort: Geld und Propaganda. Tourismus ist eine der wenigen legalen Möglichkeiten für Nordkorea, Devisen zu verdienen
Die Regeln sind extrem streng. Nordkorea erlaubt keine unabhängigen Reisen. Alle Touristen müssen Teil einer geführten Gruppentour sein, die von nordkoreanischen Behörden oder zugelassenen Reiseagenturen organisiert wird. Du wirst zu jeder Zeit von mindestens zwei Guides begleitet und darfst dich nicht frei bewege. Interaktionen zwischen ausländischen Touristen und Einheimischen werden streng kontrolliert. Seit 2024 gilt das Sprechen mit Nordkoreanern ohne Genehmigung sogar als Spionage und wird entsprechend bestraft. Touristen müssen sich innerhalb von 24 Stunden nach Ankunft bei den nordkoreanischen Behörden registrieren und ihre Reiserouten sind bis ins kleinste Detail vorgeschrieben.
Nordkorea hat seine Grenzen im Januar 2020 weitgehend für ausländische Touristen geschlossen, als Reaktion auf die COVID-19-Pandemie. Ab Anfang 2024 wurden wieder erste Touristengruppen (insbesondere aus Russland) ins Land gelassen
Wäre Nordkorea ein Reiseziel für dich? Lass es mich gerne mal in den Kommentaren wissen.

